La Coutellerie, das Haus von Res

An den Felshang über der Unterstadt von Freiburg gebaut, hat die Coutellerie ihren Namen von ihren ehemaligen Besitzern, die hier ein Messer- und Waffengeschäft betrieben. Fasziniert von der besonderen Architektur des denkmalgeschützten Hauses, dessen Turm über der Treppe des Court-Chemin liegt, kaufte Res Balzli das Haus, um sich in den oberen Stockwerken seine Wohnung zu bauen und im Erdgeschoss ein ungewöhnliches Bistro einzurichten. Während des langen Wartens auf die Baubewilligung kontaktierte ihn eine Gruppe von jungen Leuten, die das leerstehende Haus nutzen wollte. Res gab ihnen die Schlüssel, und so begann eine Geschichte voller Verrücktheiten, Freundschaften, Herausforderungen. Bei Volksküche, Festivals, Diskussionsrunden entstand eine enge Beziehung zwischen Besetzer*innen und Besitzer. Alles lief informell und selbstverwaltet.

Nach Erhalt der Baubewilligung und im Lauf der Bauarbeiten schlug Res der gleichen Equipe ein neues Abenteuer vor: die Führung eines selbstverwalteten Bistros. Ein Komitee mit etwa 10 Mitgliedern wurde gegründet, das den Grundstein für das heutige Projekt Coutellerie legte: ein Bistro, ein Treffpunkt, ein Ort des Austausches, wo Anlässe, Experimente, Leben möglich sind.

Alles ausser Alkohol wird nach freiem Ermessen bezahlt, eine Alternative zur Diktatur unserer Konsumgesellschaft. Vieles ist möglich: die überraschende Küche aus «Wiederverwertung», das heisst aus unverkauften Lebensmitteln, von verschiedenen Händlern zur Verfügung gestellt und von unterschiedlichsten Menschen verarbeitet, hausgemachte oder liebevoll handwerklich hergestellte Getränke und zudem Konzerte, Vorträge, Lesungen, Kindernachmittage, Filme, ein Gefühl von zuhause sein und von Nähe mit allen möglichen Menschen.

 

Die Coutellerie ist ein Projekt in Bewegung, das allzu einfache Definitionen verunmöglicht. Alles kann sich entwickeln, wenn es bei den Grundwerten bleibt, die auch Res wichtig waren: Offenheit, menschliche Beziehungen, das Experimentieren eines anderen sozialen Lebens.

 

Amour et Ré(s)volte!

 

 

Trotz seines Unfalls konnte Res noch an der Eröffnung im Mai 2019 teilnehmen. Nach seinem Tod ging die Coutellerie an die Stiftung Wunderland. Für die Wohnung wird noch eine Nutzung  gesucht, die den Visionen von Res gerecht wird.